[OSM-Dresden] Kletterzustiege in der Sächsischen Schweiz

Dietmar Schubert webmaster at webergrotte.de
Mo Jan 12 18:36:34 CET 2026


Hallo zusammen,

das Problem ist, dass die Klassifizierung Wanderweg, Bergpfad und Kletterzugang nur sehr wenig über die technische/konditionelle Schwierigkeiten des Weges aussagen. Dass ein Wanderweg weniger gefährlich ist, als ein Kletterzugang kann generell nicht gesagt werden. Wer vom Krinitzgrab zur Richtergrotte wandert und danach auf dem Kletterzugang in die Weberschlüchte unterwegs ist, wird sicher zu der Einschätzung kommen, der Wanderweg vom Krinitzgrab zur Richtergrotte war schwerer und erforderte mehr Konzentration und Körperbeherrschung als der nachfolgende Kletterzugang in die Weberschlüchte.
Die Klassifizierung hat mehr die Aufgabe, die Verantwortungfür die Wegesicherungpflicht festzulegen und nicht den Schwierigkeitsgrad des Weges. Es gibt Wanderwege, von denen würde ich jemanden, der zum ersten Mal im Sandstein ist, womöglich noch mit Kindern, abraten (z.B. Wilde Hölle oder Aufstieg Sachsenstein im Bielatal). Wenn man schon Wege im Sandstein nach Schwerigkeit klassifizieren will, dann muss man es für alle Wege tun und eine einheitliche Bewertung für alle ansetzen. Nur damit ist einem Ortsfremden geholfen, die Schwierigkeit der Wege einzuschätzen.

Ich habe versucht, auf meiner Webseite (www.webergrotte.de) die Stiegen (Besuchenswertes -> Stiegen) mit einer Bewertung der Schwierigkeit (sportlich/technisch) zu versehen, was sich im Nachhinein als gar nicht so einfach herausstellt, da Mitwanderer zu anderen Einschätzungen kamen. Deshalb sind bei mir Bilder zu jeder Stiege, anhand der ein Wanderer wesentlich besser einschätzen kann, schaffe ich oder eben nicht, als an irgendeiner Zahl.

Außerdem bin ich der Meinung, dass eine Übernahme von Klassifizierungen aus dem Hochgebirgsbereich für die Sächsische Schweiz keine gute Idee ist, da sich Hochgebirge und Sächsische Schweiz grundlegend unterscheiden. Die Kletterer wenden für den Sandstein auch eine völlig eigene Schwierigkeitsskala an und das aus gutem Grund. Es müsste für die Sächsische Schweiz eine völlig eigene Schwierigkeits-Klassifizierung geben, die die Wander-Apps zum Schluss auch auswerten. Anderenfalls ist die ganze Arbeit zwar schön gemacht, nutzt aber niemanden. Selbst komoot routet, wenn an der Richtergrotte und als nächsten Punkt die Webergrotte angibt, über den Kletterzugang und nicht erst runter bis in den Zschand, dann ein kleines Stück Zschand und schließlich die kompletten Weberschlüchte hinter bis zur Grotte, obwohl der Kletterzugang eindeutig mit path:climbing_access getaggt ist. Komoot wertet nicht einmal diesen Tag aus und wird sich für einen Schwierigkeitstag noch weniger interessieren. Komoot würde das Routing nur ändern, wenn der Kletterzugang, wie die gesperrten Wege, nicht gerendert wird.

Ich halte sehr wenig davon, mittels Tags Renderer zu veranlassen, etwas nicht darzustellen, was in der Natur aber vorhanden ist und gesehen werden kann. Wenn Apps etwas nicht darstellen, was ich aber sehe, würde ich als Ortsfremder immer skeptisch gegenüber der App werden. Ist die App fehlerhaft? Ist die Datengrundlage unvollständig? Letztendlich beginnt der Nutzer nach Apps zu suchen, die eine vollständige Abbildung der Realität in der Natur auf der digitalen Karte bieten und wird die auch finden (z.B. LocusMap).

Für mich gibt es zwei Möglichkeiten, auf die Gefährlichkeit wird in der Natur vor Ort am letzten Punkt, an dem man noch umkehren kann hingewiesen oder es gibt in OSM ein Kartenzeichen, was einen Weg oder Abschnitte davon, als gefährlich einteilt, von  mir aus auch in zwei, drei Unterteilungen (z.B. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich, enge Stelle, nichts für Menschen mit Platzangst) und das von Wander-Apps auch ausgewertet wird. Oder gibt es das schon eine Lösung?

Viele Grüße vom Webmaster der Webergrotte
Dietmar


  
> On 12/01/2026 12:54 CET Ingolf Birkigt via Dresden <dresden at lists.openstreetmap.de> wrote:
> 
> 
> Hallo zusammen,
>  
>  Es geht nicht darum, die Kletterzustiege zu löschen !
>  Es ist gut, daß die in der OSM eingetragen sind 
>  und - ganz nebenbei - ich bin selbst auch häufig dort unterwegs.
>  
>  Es geht hier darum, diese Zustiegswege nicht mit einer Relation "route=hiking" und OSMC:Symbolpurple:white:black_pointer
>  als Wanderweg zu markieren, was dann auf allen Wander-Apps als normaler markierter Wanderweg erscheint.
>  Ein Wanderweg ist ein gesicherter ausgewiesener Weg für "normal"-Touristen, die nicht alle perfekt als Bergsteiger ausgerüstet sind. 
>  
> Das "schwarze Dreieck" ist keine Wanderweg-Markierung in dem Sinne sondern zeigt nur an,
>  daß diese Zustiegswege offiziell benutzt werden dürfen (und natürlich nicht nur durch Kletterer).
>  
>  Es darf jedoch keinesfalls so sein, daß hier Touristen, die eben einmal einen anderen markierten
>  Wanderweg gehen wollen, ein ausgebauter, gesicherter Weg vorgegaukelt wird.
>  Auf den üblichen Apps (Mapy.com ...) ist dann kein Unterschied mehr erkennbar.
>  
> Solche Wege wie z.B. der obere Terrassenweg, Rübezahlstiege, Rahmhanke usw. sind Kletterzustiege 
>  und nur mit entsprechender Trittsicherheit zu begehen. Schön, daß man das kann.
>  Aber sollen sich z.B. Familien mit Kindern, die mit dem Handy navigieren dann einen gesicherten,
>  mit schwarzem Dreieck markierten Wanderweg erwarten dort zu Tode stürzen ?
>  
>  Diese Wege müssen entsprechend gekennzeichnet sein.
>  Hier müssen wir uns etwas einfallen lassen, siehe z.B.
>  https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Key:sac_scale
>  
>  
>  Ingolf
>  
>  =============================================================
>  
>  
> 
> 
> Am 12.01.26 um 10:55 schrieb Dietmar Schubert via Dresden:
> 
> > Hallo zusammen,
> > sorry, wenn ich mich hier einmische; meine Mailadresse steht im Verteiler, weil ich vor Jahren zum DD-OSM-Stammtisch gekommen bin.
> > Laut gültiger Nationalparkverordnung und gültigem Wegekonzept aus dem Jahr 2001 sind in der Kernzone des Nationalparks alle markierten Wege von jedermann und unabhängig vom Ziel des Begehens betretbar.
> > Die Einführung des Typs "Bergpfad" (z.B. Weberschlüchte, Goldsteig, Zugang Luchsstein usw.) mit grünen Dreieck und Kletterzugang mit schwarzem Dreieck war notewndig, weil diese Wege vorher nicht markiert waren, aber schon vor Nationalparkgründung bestanden und weiter genutzt werden sollten.
> > 
> > Es ist weder eine Ordnungswidrigkeit oder strafbar ohne Kletterabsicht auf Kletterzugängen unterwegs zu sein. Zu entscheiden, ob es Sinn macht, als Wanderer bis zu einem Kletterfelsen zu laufen und dann wieder umzukehren, ist nicht Aufgabe von OSM oder irgendwelchen Karten- oder Wander-Routingdiensten. Davon abgesehen, gibt es Kletterzugänge mit denen sich sinnvolle, anspruchsvolle Wanderungen realisieren lassen (z.B. Richtergrotte, Jortanshorn, Jortan, Weberschlüchte). Ich halte die beiden Relationen Kletterzugänge Kleiner bzw. Großer Zschand in OSM für sehr sinnvoll, da damit Wege, die einer bestimmten Kategorie zu zuordnen sind, in ihrer Gesamtheit sichtbar sind. Ich bin der Meinung, dass Informationen zu Wegen deren Begehen von jedermann und unabhängig vom Zweck offiziell nicht verboten ist, auch in OSM ohne Einschränkung darzustellen ist und anderen Anwendungen ohne Einschränkung zu Verfügung zu stellen ist.
> > 
> > Viele Grüße vom Webmaster der Webergrotte
> > Dietmar
> > 
> > 
> > > On 12/01/2026 07:38 CET Alexander Heinlein via Dresden <dresden at lists.openstreetmap.de> wrote:
> > > 
> > >  
> > > Am 12. Januar 2026 05:52:19 MEZ schrieb Christian Pietzsch via Dresden <dresden at lists.openstreetmap.de>:
> > > 
> > > > Hallo Alex,
> > > > 
> > > > route=climbing ist leider genauso unpassend. Diese sind die eigentlichen Kletterrouten, also der Teil wo man senkrecht an der Felswand hängt.
> > > > https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Tag:climbing%3Droute
> > > > Bei den angesprochen wegen geht es aber um die Zustiege zu DEB eigentlichen Klettergimpfeln
> > > > 
> > > OK, dann passt das natürlich nicht und erklärt gleichzeitig, warum dieses Tag bisher kaum in Verwendung ist. Die meisten Kletterrouten verlaufen ja hauptsächlich vertikal und müssen daher nicht als Route eingetragen werden.
> > > 
> > > Dann ist es am sinnvollsten, diese Relationen einfach zu löschen.
> > > 
> > > Grüße
> > > Alex
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