[OSM-Dresden] Tagging Alleen Großer Garten
monotar
derneuesteffen at web.de
Mi Okt 15 20:54:42 CEST 2025
Für meine Verhältnisse war das mit pedestrian schon lange falsch
gemappt. Wir mappen für das Schild 260 und das Zusatzschild welches an
der Zufahrts-Kreuzung Franz-Liszt-Straße/Querallee steht (der praktisch
einzig regelmäßig genutzte Zufahrtsweg in den Großen Garten, einmal im
Großen Garten dürfen berechtigte Fahrzeuge die Hauptalleen frei nutzen)
und diese Beschilderung gilt in der Folge für die gesamten Hauptstraßen
im Großen Garten. Die Schild-Kombination entspricht am ehesten einem
motor_vehicle=private. Ein motor_vehicle=private wiederum macht den Weg
entsprechend dem Mappen des höchstwertigen Zugriffs (in dem Fall
Motorfahrzeuge) zu einem highway=service (genau wie das z.B. auf
privatem Industriegelände ähnlich gemacht wird, da aber oft als
access=private + highway=service).
Demzufolge sollten alle asphaltierten Hauptalleen zu einem
highway=service + motor_vehicle=private werden.
Im übrigen sehe ich im Großen Garten eine Pflicht von Fußgängern die
Hauptallee nicht beliebig zu blockieren und sich bei Straßenquerung erst
über den kreuzenden Radverkehr zu vergewissern, da die Hauptallee eben
nicht als Fußweg ausgeschildert ist, sondern lediglich für
Motorfahrzeuge gesperrt, genießen Radfahrer hier gegenüber Fußgängern
Vorfahrtsrecht. Damit müssen Fußgänger auch stets an der Seite der
Straße bleiben und dürfen nicht beliebig in der Mitte laufen. Damit sind
die Alleen im Großen Garten für den Radverkehr höherwertiger als es ein
gemeinsamer Fuß-/Radweg ist.
Was in der Parkordnung steht ("Rücksichtnahme bitte") halt ich für eine
nette, aber rechtlich irrelevante Bitte, denn wenn man als Radfahrer die
Hauptalleen einfährt kommt der Eindruck einer regulären Straße (eben nur
Zeichen 260 beschränkt) und keine besondere Beschilderung. Wenn die
Stadt da Rücksichtnahme will, muss sie ein Zeichen 240 aufstellen und
nicht in irgendeiner Ecke des Parkes oder im Internet in der Parkordnung
was von Rücksichtnahme schreiben. Man kann von keinem Fahrradfahrer, der
da einfach durch will, erwarten, das zu wissen.
Die Niederrangigkeit des Fußverkehrs auf der Hauptachse zeigt auch,
warum pedestrian auf den Hauptachsen keine gute Idee ist, denn in
Wirklichkeit ist das für Fußgänger kein gut geeigneter Weg und in der
Praxis laufen auch viele Fußgänger auf den Wegen neben der Hauptallee.
Teilweise gibt es an den Hauptalleen auch Fußwege (Querallee z.B., ich
sehe gerade, dass die in OSM noch gar nicht als sidewalk eingezeichnet
sind). Bei Vorhandensein von Fußwegen ist es nicht erlaubt, dass
Fußgänger einfach auf der Straße laufen, also halte ich pedestrian für
sehr fragwürdig. Mit dem taggen der Hauptachsen als pedestrian erweist
man dem Fußgänger-Routing insgesamt sowieso eher einen Bärendienst.
Am 14.10.2025 um 22:18 schrieb Christian Pietzsch via Dresden:
>
> Grüße an alle,
>
> bei einer Diskussion zur neuen Graphhopper Version, habe ich eine
> meiner Routen durch die Stadt mit verschiedenen Routing Engines
> verglichen und mich mal wieder gewundert, dass alle den Großen Garten
> vermeiden.
> Uns fiel dann auf, dass alle großen Allen (Hauptallee, Fürstenallee,
> Querallee) als highway=pedestrian getaggt sind. Dadurch begrenzen
> viele Router die Geschwindigkeit drastisch (zB OSRM mit 6km/h
> <https://map.project-osrm.org/debug/bike.html#16.8/51.03467/13.77105>)
> Für eine Fußgängerzone würde das wohl auch Sinn machen, aber das ist
> ja keine richtige Fußgängerzone.
>
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